Online-Shop: 5 wichtige Trends

Einen Online-Shop erfolgreich zu betreiben bringt grosse Chancen, aber auch Gefahren mit sich. Profitieren Sie von den Tipps und Trends im E-Commerce, über die Experten an einer Podiumsdiskussion in Zürich austauschten.

Online-Shop: 5 wichtige Trends

Tipps und Trends im E-Commerce.

Beim „Pitch Webshops“ an der Swiss Online Marketing Messe in Zürich diskutierten 5 Experten über Trends und Herausforderungen für Webshops in den kommenden Jahren. Über die rasanteste Entwicklung für Online-Shops waren sie sich einig: mobile! Aber auch die Verschmelzung von online und offline, Bewertungs-Systeme und Social Proof, die zunehmende Internationalisierung und gefährliche Entwicklungen wurden besprochen.

1. Mobile

Smartphones und Tablets prägen immer stärker unser Leben. Eine Comparis-Studie zeigt, dass 4,3 Millionen Schweizer 2014 ein Smartphone hatten (69% gegenüber 58% im Vorjahr). Bei den jungen Schweizern zwischen 15 und 29 Jahren haben sogar 9 von 10 ein Smartphone. Global betrachtet werden rund 30% aller Suchanfragen bei Google von mobilen Geräten gemacht. In Entwicklungsländern wie z.B. Indien haben die Suchanfragen von Smartphones diejenigen über Desktop-PCs bereits überholt. Um Smartphone-Nutzern möglichst sinnvolle und mobil-optimierte Suchergebnisse anzuzeigen, hat Google vergangene Woche ein entsprechendes Update ausgerollt (siehe auch Google Mobile-Update: Optimierte Webseiten ranken besser). Gerade für Online-Shops im Endkundenbereich ist es also enorm wichtig, dass der Internetauftritt für Smartphones optimiert ist. „Die Folgen einer Nicht-Optimierung können Positionsverluste bei Google, der Einbruch von Traffic und ein markanter Rückgang an Bestellungen sein“, warnt Jürg Schmutz, Key Account Manager der SEO-Agentur Worldsites.

2. Online und Offline

Nebst dem Mobile-Trend wird auch die Verschmelzung von online und offline immer stärker. „Kunden wollen online einkaufen und Produkte im Laden vor Ort zurückgeben können“, weiss Dr. Carsten Föhlisch vom Gütesiegel Trusted Shops. Und Dominic Steiner vom Shop-Anbieter shopware hält fest: „Viele Online-Shops arbeiten ohne Emotionen.“ Kunden würden zwar im Laden vor Ort über Emotionen abgeholt, aber diese Emotionen fehlten leider auf dem Internetauftritt.
Jürg Schmutz wies auf einen anderen Aspekt hin im Zusammenhang mit der Verknüpfung von online und offline. Und zwar auf die Gefahr, dass ein Anbieter für offline (Zeitschriften-Inserat, TV-Werbung, Flyer) beworbene Produkte über Suchmaschinen wie Google nicht (in den Top-Positionen) gefunden wird. „So verhilft man nämlich den Mitbewerbern in den Top-Positionen zu mehr Besuchern und Umsatz“, erklärt Schmutz.

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Worldsites-Key-Account-Manager Jürg Schmutz (Mitte) an der Podiumsdiskussion der SOM 2015.

3. Bewertungen und Gütesiegel

Dr. Carsten Föhlisch bringt es auf den Punkt: „Der Kunde geht nicht mehr in den Laden und guckt, was es für Produkte gibt, sondern er will ein Produkt und sucht sich dann den besten Anbieter.“ Dort spielt Vertrauen eine wichtige Rolle. Ein Online-Shop muss Besucher nicht nur in wenigen Sekunden davon überzeugen, dass er das passende Produkt gefunden hat, sondern auch, dass er beim richtigen Anbieter ist. Das passiert einerseits über Bewertungen in den Social Media, aber auch durch Gütesiegel. Den Hauptgrund für Kaufabbrüche behandelt eine aktuelle Studie. Eine Zusammenfassung der Resultate finden Sie unter Kaufabbrüche bei Online-Shops vermeiden.

4. Internationalisierung

Die Vergleichbarkeit verschiedener Anbieter und Produkte bezüglich Preis, Lieferkonditionen, Service und Bewertungen bringt mit sich, dass ausländische Plattformen die Schweizer Online-Shops immer stärker konkurrieren. Diese Entwicklung erhielt durch den starken Franken zusätzlichen Schwung. Hinzu kommt, dass die Schweiz bezüglich Werbeausgaben in Online-Kanäle weit hinter anderen europäischen Ländern hinterherhinkt. „In Grossbritannien fliessen 50% der Werbeausgaben in Online-Kanäle, während es in der Schweiz gerade mal 10% sind“, weiss Jürg Schmutz (Details unter Werbeausgaben: Online-Werbung in der Schweiz nimmt zu). Dieser Unterschied kommt daher, dass in Grossbritannien viel mehr Unternehmen bereits mit Controlling-Tools arbeiten und so überprüfen können, welche Marketingmassnahmen auch wirklich Umsatz bringen. Auch für Stefan Meier, Leiter E-Commerce bei der Schweizerischen Post, ist die Internationalisierung und die Globalisierung ein wichtiges Thema, dass uns in den kommenden Monaten und Jahren stark beschäftigen wird. „Einerseits durch Reglemente, die auf EU- Ebene kommen könnten, und anderseits durch das ganze Thema Verzollung und Mehrwertsteuer.“ Dort gehe es darum, dass Endkunden in der Schweiz, die ein Produkt im Ausland bestellen, keine unschönen Überraschungen erleben, wenn sie noch CHF 50.- Zollgebühren nachbezahlen müssten. „Ich glaube da müssen wir über Standards sicherstellen, dass die Transparenz und die Konsumentenfreundlichkeit steigt und der Kunde den Endpreis inklusive Zölle und Gebühren im Online-Shop angezeigt bekommt“, so Meier.

5. Negative SEO und Betrugsprävention

Auch zwei unschöne Entwicklungen im Web wurden dann noch thematisiert. Daniel Gamma von der CRIF AG, eine führende Anbieterin von Lösungen für Kreditrisikomanagement und Betrugsbekämpfung, hielt fest, dass im Bereich Bonitätsprüfung und Risikominimierung die Betrugsprävention immer wichtiger würde. „Denn mit den rasant wachsenden E-Commerce-Umsätzen wächst auch der Anteil an Rechnungen und damit leider oft auch die Betrugs- und Kriminalitätsrate“, so Gamma. Darum sei es wichtig, in Zukunft für verschiedenste Online-Handels-Segmente auch in die Betrugsprävention zu investieren. „Diese Massnahmen müssen über blosse Identifikations- und Bonitätsprüfungen hinausgehen“, erklärt Gamma.
Leider nehmen auch die Fälle zu, wo Unternehmen mit gezielten Massnahmen dem Ranking von Mitbewerbern schaden. Während Google bis vor einigen Jahren bestritt, dass sogenannte negative SEO überhaupt möglich sei, bietet Google heute Tools und Massnahmen, um sich davor zu schützen. Um Angriffe möglichst rasch zu erkennen und Positionsverluste zu vermeiden, sollte man den eigenen Internetauftritt regelmässig daraufhin überprüfen (z.B. durch Kontrolle der eingehenden und ausgehenden Links oder entsprechender Reports von Google), erklärt Jürg Schmutz (siehe auch Negative SEO: 5 Tipps um Schädigung durch Mitbewerber zu verhindern).

Gesamte Unternehmenspräsentation und Podiumsdiskussion

Den gesamten „Pitch Webshops“ (42 min) finden Sie hier als Video (Ton durchgehend, Video nur zu Beginn).


Unternehmenspräsentationen und Podiumsdiskussion „Pitch Webshops“, SOM 2015.

Fragen zu Ihrem Online-Shop

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Beat Z'graggen Kontaktieren Sie unseren E-Commerce-Experten Beat Z'graggen. Er hat 34 Jahre Erfahrung im Handels-Marketing, die Hälfte davon mit Online-Shops und E-Commerce.

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Erstellt am 28. April 2015 12:37 von Beat Z'graggen in E-Commerce Marketing, Internationales Marketing, Marketing in Indien, Messen/Vorträge/Events, Mobile Marketing, Online-Marketing, SEO, Über Worldsites, Werbebudget festlegen.

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