AOL verlässt Deutschland
Der Internetdienstleister AOL verlässt den deutschen Markt. 140 Stellen fallen dadurch weg. Die Standorte Spanien und Schweden machen ebenfalls dicht. E-Mail-Adressen sowie das Portal aol.de bleiben trotzdem erhalten.
Nachdem AOL noch vor 10 Jahren eine führende Stellung in Deutschland einnahm, verabschiedet sich der Internetkonzern nach 15 Jahren aus dem deutschen Onlinemarkt. AOL schließt die Niederlassungen in Deutschland, Spanien und Schweden. In den USA werden am 13. Januar mehr als 500 Mitarbeiter entlassen. In Deutschland macht AOL seine Büros in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München dicht.
AOL gehörte in den 1990er Jahren zu den bekanntesten Internet-Providern, die den Zugang zum globalen Computernetz zum Massengeschäft gemacht haben. Das Unternehmen wurde auf dem Höhepunkt des Booms so hoch gehandelt, dass es sogar im Jahr 2001 den deutlich größeren Mediengiganten Time Warner kaufen konnte. In den 90er-Jahren erreichte AOL 80 Prozent der amerikanischen Internetnutzer. Nach zunehmend schwächeren Geschäften hat sich Time Warner im Dezember wieder von AOL getrennt.
Der einstige Internetgigant hat in den vergangenen Jahren viele seiner Kunden an Konkurrenten wie Google und Yahoo verloren und muss sich drastisch umstrukturieren. Der Mutterkonzern Time Warner hat sich nach acht verlustreichen Jahren im Dezember von der ungeliebten Internet-Tochter getrennt. Im November hatte AOL angekündigt, 200 Millionen Dollar an Umstrukturierungskosten auf sich nehmen zu wollen und seine weltweite Belegschaft um ein Drittel zu verringern.











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