Ungenutztes Potenzial in Schweizer Online-Shops

Wenn es ums Einkaufen im Internet geht, haben Schweizer deutlich geringere Ansprüche als Deutsche und Österreicher. Ein Grund dafür ist die schlechte Qualität vieler Schweizer Online-Shops. Eine Chance für E-Commerce-Anbieter, es besser zu machen und sich von der Masse abzuheben. In diesem Artikel erfahren Sie, wieviel Potenzial der Schweizer E-Commerce noch hat.

Schweizer E-commerce

Im Schweizer E-Commerce gibt es noch Luft nach oben.

Das E-Commerce-Center (ECC) Köln hat Konsumenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz nach der Bedeutung von zehn Kriterien beim Online-Shopping befragt. Dabei kamen markante Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern zum Vorschein. So ist eine gute Produktequalität nur für rund die Hälfte der Schweizer „absolut wichtig“, während es in Deutschland 60 % und in Österreich 58 % sind.
Auch beim Thema Warenrückgabe gibt es Unterschiede: Eine unkomplizierte Retourenabwicklung ist für die Schweizer das unwichtigste der zehn untersuchten Kriterien, während Deutsche und Österreicher darauf viel Wert legen.

Tiefe Ansprüche wegen schlechtem Angebot

Für Sabrina Mertens, Leiterin des ECC Köln, ist klar: „Die im Vergleich durchweg geringeren Ansprüche der Schweizer an Online-Shops lassen sich durch den höheren Professionalisierungsgrad der Online-Shops in Deutschland sowie der höheren Kauffrequenz der deutschen Online-Shopper erklären.“ Je exzellenter die Shops seien und je häufiger online eingekauft werde, desto höher sei auch das Anspruchsdenken der Konsumenten, so Mertens. Weil das Angebot in Schweizer Online-Shops im Vergleich zu den deutschen Nachbarländern eher schlecht ist, seien also auch die Ansprüche der Schweizer Konsumenten tief.

Lange Lieferzeiten, schlechter Retourenservice

Ganz grundsätzlich sind die Schweizer weniger in Online-Shops aktiv als ihre deutschsprachigen Nachbarn. So kaufen nur 45 % der Schweizer Konsumenten mindestens einmal im Monat online ein, während es in Österreich 58 % und in Deutschland sogar 60 % sind.

Laut Mertens ist dies auch ein Grund dafür, dass die Schweizer Anbieter eher zurückhaltend bei Investitionen in ihre Online-Shops sind. Dies bleibt nicht ohne Folgen: Immer mehr Schweizer Konsumenten weichen wegen langen Lieferzeiten und schlechtem Retourenservice bei inländischen Shops zu Anbietern aus Deutschland und Österreich aus.

Luft nach oben

Damit ist klar: Im Schweizer E-Commerce gibt es noch Luft nach oben. Doch das schlechte Angebot vieler Shops kann auch eine Chance sein. „Gerade weil die Ansprüche der Schweizer bei Online-Shopping tief sind, bietet sich die Chance, die Konsumenten zu begeistern und besser zu sein als der Durchschnitt“, so ECC-Chefin Mertens.
Und auch wenn die Schweizer seltener online einkaufen, geben sie dabei klar mehr aus als Deutsche oder Österreicher. So bezahlen 40 % der befragten Schweizer pro Online-Einkauf mehr als 100 Franken.
In Österreich sind es nur 25 %, in Deutschland sogar nur knapp 18 %, die pro Einkauf mehr als 100 Euro ausgeben. Auch unter Berücksichtigung der Währungs- und Kaufkraft-Unterschiede zeigen diese Zahlen, dass es im Schweizer E-Commerce noch viel ungenutztes Potenzial gibt.

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Erstellt am 1. August 2014 22:41 von Beat Z'graggen in E-Commerce Marketing.

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